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Nachhaltigkeit

Die Landwirtschaft weltweit bietet rund 2,6 Milliarden Menschen eine Erwerbs- und Existenzgrundlage. Die Bevölkerung wächst weiter, das Klima verändert sich. Immer mehr fruchtbares Ackerland geht verloren. Rund 700 Millionen Menschen hungern weltweit. Ernährungskrisen und ihre Ursachen sind jedoch komplex. Die einfache Formel: mehr Erzeugung gleich weniger Hunger greift zu kurz. Welternährungsexperten sind sich einig, dass Hunger in der Regel kein Problem mangelnder Produktion ist, sondern eine Folge von fehlerhaften politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen und ungleicher Einkommensverteilung. Naturland führte zusammen mit dem Weltladen-Dachverband die Kampagne „Öko+Fair ernährt mehr!“ und zeigte das Potenzial der öko-fairen Lebensmittelerzeugung weltweit auf.

 

Ursachen für Hunger und Armut vielfältig

Jegliche landwirtschaftliche Anbaumethode ist überfordert, wenn ihr allein die Lösung des Welthungers zugeordnet wird. Denn die Ursachen für Hunger und Armut sind vielfältig:

  • Ungerechte Verteilung von Land, Wasser etc.
  • Dürreperioden und Ernteausfälle
  • Bodendegradation und Erosion
  • Versalzung der Böden und Versteppung
  • Krieg, Menschenrechtsverletzungen
  • Spekulation auf den internationalen Agrarmärkten
  • Land Grabbing
  • Handelsbarrieren und Protektionismus
  • Subventionspolitik der Industriestaaten
  • Korruption
  • Lebensmittelverschwendung, Nachernteverluste


Der Öko-Landbau mit fairen Handelsbedingungen kann nachhaltig die Weltbevölkerung ernähren, wenn parallel politische, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen so geändert werden, dass die kleinbäuerliche, ökologisch orientierte eine gleichberechtigte Chance auf dem Weltmarkt hat.


Öko-Landbau steigert Erträge – nachhaltig

Vielfalt ist der Schlüssel zum Erfolg. Von 7000 kultivierten Pflanzenarten sind heute nur noch 120 für die Landwirtschaft wichtig. Aber nur 30 Arten liefern weltweit 95 Prozent aller unserer Lebensmittel erläutert Felix Prinz zu Löwenstein, Naturland Landwirt, in seinem viel beachteten Buch „Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“. Mehr Vielfalt führt zu besserer Schadensregulierung, lebendigen Böden, abwechslungsreicher Nahrungsgrundlage und Risikominderung. Der richtige Einsatz von standortgerechtem Saatgut, natürlichem Dünger, passenden Bodenbearbeitungstechniken und Agroforstsystemen kann Erträge steigern. Leguminosen in der Fruchtfolge reichern den Boden mit Stickstoff an, Kompost sorgt für weitere Nährstoffe. Das traditionelle Wissen von Anbaumethoden muss gefördert werden, externe Betriebsmittel wie Kunstdünger und Pestizide müssen nicht zugekauft werden. Ziel ist die langfristige Sicherung und der Wiederaufbau der Anbauflächen ohne Abhängigkeit von Konzernen und Kreditgebern.


Öko+Fair ernährt mehr – Kleinbauern fördern

„Öko + Fair ernährt mehr!“ nannte sich die Kampagne für zukunftsfähige Welternährung von Naturland und Weltladen-Dachverband. Sie zeigte in den Jahren 2010 bis 2013 die zentrale Rolle der Kleinbauern für die Ernährungssicherung, informierte die Öffentlichkeit und machte Druck auf die Politik, um zentrale Aussagen des Weltagrarberichtes umzusetzen und Kleinbauern zu fördern.  Dort, wo Kleinbauern genügend Ressourcen zur Verfügung haben, produzieren sie einen deutlich höheren Nährwert pro Hektar als die industrielle Landwirtschaft und dies in der Regel umweltschonend und mit erheblich niedrigerem externen Einsatz von Ressourcen. Kleinbäuerliche Betriebe können sich besser und flexibler den Erfordernissen und Veränderungen ihrer Standorte anpassen. Zusätzlich sichern sie mehr Existenzen auf dem Land, weil sie arbeitsintensiver sind. Voraussetzung dafür sind ein Mindestmaß an Rechtssicherheit, auskömmliche Einkünfte und eine ihren Bedürfnissen angepasste Infrastruktur: Brunnen, Straßen, Gesundheitsversorgung, Bildungs- und Beratungseinrichtungen, Kommunikationsmittel. Wie dies in der Praxis durch den Fairen Handel möglich sein kann, zeigten im Rahmen der Kampagne Beispiele von Kleinbauern-Zusammenschlüssen aus Asien.

agraprofit logo 75Mit der Kampagne "Öko + Fair ernährt mehr!" haben Naturland und der Weltladen-Dachverband Politik, Verbraucher und Presse zum Thema Welternährung sensibilisiert und informiert. Ein großer Erfolg dabei war der satirische Kampagnenfilm ›Agraprofit.

 

 

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