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Naturland Fair

Wildkaffee aus der Schatzkammer der Natur


Im Regenwald von Äthiopien wächst eine der edelsten Kaffeesorten in ihrer Wildform: Coffea Arabica. Um diesen Naturschatz zu bewahren, hat die Original Food GmbH im Jahr 2003 ein Entwicklungsprojekt gestartet. Davon profitieren heute rund 15.000 Kaffeesammlerinnen und -sammler, die die Bohnen für Kaffa Kaffee wild im Wald pflücken, sowie ihre Familien. Nun soll eine eigene Verarbeitung entstehen, damit noch mehr Wertschöpfung an Ort und Stelle bleibt.

Kaffa gehört zu den ärmsten Regionen Äthiopiens. Ihr Reichtum ist der wilde Arabica, von dem lange Zeit nur wenige Sammler wussten. Von Hand pflückten sie seine Bohnen für den eigenen Genuss und den lokalen Markt, ohne damit ihre Existenz sichern zu können. 2003 erfuhr Original Food Gründer Florian Hammerstein davon und sah, dass die ursprüngliche Heimat des einzigartigen Wildkaffees von Abholzungsplänen bedroht war. Um dieses Schicksal abzuwenden, suchte er sich starke Partner: Zusammen mit dem GEO schützt den Regenwald e.V., dem Naturschutzbund Deutschland e.V. NABU und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ erreichte er, dass Kaffa von der UNESCO zum weltweit ersten Biosphärenreservat erklärt wurde, in dem die Wildsammlung von Kaffee, aber keinerlei Eingriffe durch Beschnitt oder gar Maschinen erlaubt sind. Dadurch wurde die Regenwaldregion zum anerkannten Ökosystem und es entstand ein ökonomischer Anreiz für seinen Schutz. Inspiriert davon wurde die Kaffa Forest Coffee Farmers Cooperative Union gegründet, ein System zur Qualitätskontrolle aufgebaut und zentrale Sammelstellen für den Rohkaffee eingerichtet. Über Djibouti gelangt die Rohware seither ohne Zwischenhändler und Verdiensteinbußen in Schiffscontainern nach Deutschland, wo sie in kleinen Chargen schonend zum Kaffa Kaffee veredelt wird. Die neue Öko-Kaffeerarität hat sich im Naturkosthandel schnell einen Namen gemacht. Seit 2012 wird das große ökologische und soziale Engagement, das dahintersteht, mit dem Naturland Fair Zeichen sichtbar.

Naturland Fair bedeutet mehr

Partnerschaftlich und im Einklang mit den Naturland Fair Richtlinien wird seither vereinbart, wieviel die Kaffeesammlerinnen und -sammler für ihre Ernte bekommen. Die Preise liegen jeweils über den FLO Standards und sollen nicht nur Existenzen sichern, sondern auch angemessene Gewinne ermöglichen. Zusätzlich gibt es eine Fair Prämie, mit der zum Beispiel Sozial-, Umwelt-, Gesundheits- und Bildungsprojekte finanziert werden, die der ganzen Region zugutekommen. Durch Schulungen zu Ökolandbau, Fairem Handel, Arbeitssicherheit und Gesundheit sorgt Original Food für eine stetige Professionalisierung der Kaffeebäuerinnen und -bauern. Gleichzeitig wendet sich der Naturland Fair Partner an die Familien mit Angeboten zum Lesen- und Schreibenlernen oder Aufklärung zu Aids und Familienplanung. Im Rahmen eines neuen Projekts will Original Food die positive Entwicklung nun weiter vorantreiben. Dazu fördert das Fair Handelsunternehmen zusammen mit der Bayerischen Staatskanzlei, dem Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft bfz und der Kaffeerösterei Dinzler die berufliche Aus- und Weiterbildung im äthiopischen Kaffeesektor. Durch Wissenstransfer sollen rund 15.000 Mitglieder der Kaffa Forest Coffee Farmers Cooperative Union und 3.000 Studierende der Fakultät “Processing of agricultural produce” des Polytechnical College in Bonga lernen, wie man Kaffee auf gleichbleibend hohem Niveau verarbeitet. Das Ziel ist dabei, viele neue Arbeits- und Ausbildungsplätze von der Wildsammlung über die Aufbereitung und Trocknung bis zur Röstung in eigenen Anlagen zu schaffen. So soll die Wertschöpfung in der Region weiter wachsen, um in Zukunft noch mehr Menschen daran teilhaben zu lassen.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Nach 15 Jahren kann Original Food positive Bilanz ziehen: Es ist erfolgreich gelungen, eine stabile Wertschöpfungskette für handgepflückten Wildkaffee aus Äthiopien aufzubauen und immer mehr ins Land zu verlagern. Von 48 Kooperativen, die sich in der Kaffa Forest Coffee Farmers Cooperative Union zusammengeschlossen haben, sind heute 20 nach den Naturland Fair Richtlinien zertifiziert. Das kommt nicht nur der Natur zugute, sondern wirkt sich auch positiv auf die Marktchancen der Kaffeesammlerinnen und -sammler aus. Die bisherigen Erfahrungen nutzt der Naturland Fair Partner, um ökonomische Anreize für den Schutz weiterer Regenwaldregionen und die Entstehung neuer Fair Handelsprodukte zu schaffen. So wurde 2015 das Engagement in Kaffa auf die benachbarte Region Sheka ausgedehnt. Dort fördert Original Food zusammen mit der GIZ ein Projekt für Wildkaffee und Honig. In Ecuador wurde mit dem GEO schützt den Regenwald e.V. das Projekt für Cacao Nacional initiiert. Sein Ziel ist es, die indigenen Kallari bei der traditionellen Ernte und Verarbeitung ihres erlesenen Aromakakaos zu unterstützen und sie gegenüber großen Konzernen zu stärken.

Gegen die Abholzung

Das ökologische und soziale Engagement von Original Food und seinen Partnern zeigt seine Wirkung: Nachweislich ist die Abholzung in den Regenwaldgebieten von Kaffa und Sheka zurückgegangen. Denn durch den fairen Handel mit Forstprodukten bekommt die nachhaltige Nutzung der Ökosysteme ökonomischen Anreiz. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die in den beiden äthiopischen Regionen vom fair gehandelten Wildkaffee leben, auf rund 130.000 gestiegen und soll durch den Aufbau eigener Lagerungs- und Verarbeitungsanlagen weiter wachsen. Darüber hinaus arbeitet Original Food an weiteren Maßnahmen zum Klima- und Ressourcenschutz. Dazu gehört das Projekt „Briketts aus Kaffeeschalen“, mit dem seit 2014 der Verbrauch von Brennholz reduziert wird. Stattdessen wird bei dem eigens entwickelten Verfahren der Abfall als Brennmaterial genutzt, der beim Schälen der Kaffeebohnen anfällt. All diese Impulse zur nachhaltigen Entwicklung von Regenwaldregionen haben Original Food renommierte Preise eingebracht: 2017 wurde der Naturland Fair Partner sowohl mit dem Nachhaltigkeitspreis von Neumarkter Lammsbräu als auch mit dem Ehrenpreis der Hamburger Initiative für Menschenrechte ausgezeichnet. 2018 konnte das Freiburger Fair Handelsunternehmen den Umweltpreis des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management B.A.U.M. entgegennehmen.