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Naturland Fair

Terra Bio – die Kooperative in der Kornkammer Italiens

Einbettet von Adriaküste und Apennin liegt eine der landschaftlich schönsten und reizvollsten Regionen Italiens: le Marche – die Marken. Im Gegensatz zu ihren touristisch stark frequentierten Nachbarn Toskana und Umbrien scheint zwischen sanften Hügeln, mittelalterlichen Städtchen, stolzen Burgen und artenreichen Naturparks die Zeit langsamer zu laufen.

Statt Fremdenverkehr liegt der ökonomische Fokus auf Landwirtschaft, in deren Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zwischen 2000 und 2006 stattliche Fördermittel investiert wurden. Mehr als 700.000 Hektar Anbaufläche und rund 70.000 landwirtschaftliche Betriebe machen die Marken zur Kornkammer und bedeutsamen Öko-Region in Italien. Besonders engagiert ist die Provinz Pesaro-Urbino: Hier haben sich 40 Prozent der Betriebe dem ökologischen Anbau und der Verarbeitung hochwertiger Öko-Lebensmittel für den regionalen und internationalen Markt verschrieben.

Spezialisierung auf Getreide, Saaten und Hülsenfrüchte
Mit dem Ziel, Produktion, Lagerhaltung und Vertrieb der bäuerlichen Erzeugnisse zu bündeln, wurde im Jahr 1997 die Genossenschaft Terra Bio gegründet. Heute hat sie ihren Sitz in Schieti, einem Vorort der nahen Universitätsstadt Urbino, und zählt mehr als 60 Öko-Landwirte und Verarbeiter aus dem Montefeltro zu ihren Mitgliedern. Zusammen bewirtschaften sie über 10.000 Hektar Land nach den Naturland Richtlinien und bauen Luzerne, Saaten und bevorzugt heimische Getreidesorten in bewährter Fruchtfolge an. Die hochwertigen Öko-Rohstoffe werden vor allem zu Nahrungsmitteln für den Naturkostmarkt weiterverarbeitet. Mit Eiweißerbsen, Ackerbohnen, Mais und Luzerne deckt die Genossenschaft aber auch den Bedarf ökologischer Tierfutterhersteller ab. Ein weiterer wichtiger Produktionszweig ist die Saatgutvermehrung für Firmen in ganz Europa, allen voran die Schweiz. Waren es vor etwa 10 Jahren noch insgesamt 80 Prozent Exportware, bleiben heute etwa 50 Prozent der Roh- und Endprodukte von Terra Bio in Italien. Denn die Nachfrage nach heimischen Öko-Erzeugnissen ist auch dort stark gestiegen.

Anbau, Lagerung und Verarbeitung aus einer Hand
Um gleich bleibend hohe Qualität und maximale Sicherheit zu gewährleisten, hat Terra Bio inzwischen eines der größten Lagerzentren für Öko-Rohstoffe in Europa errichtet. So entstand nicht nur mehr Raum für die Lagerung, sondern auch genug Platz für moderne Reinigungs-, Selektions- und Verarbeitungsanlagen. Die meisten Arbeiten müssen seither nicht länger nach außen vergeben, sondern können direkt auf dem Betriebsgelände nach den hohen Standards der Genossenschaft erledigt werden. Bei der Koordination der Weiterverarbeitung und dem effizienten Vertrieb von Nudeln, Saucen, Müsli, Ölen und anderen Fertigwaren setzt die Genossenschaft seit jeher erfolgreich auf Arbeitsteilung: Sorgente Srl kümmert sich als Partnerbetrieb um die Produktsteuerung und die bedarfsgerechte Versorgung des italienischen und weltweiten Naturkostfachhandels. Gleichzeitig arbeitet Terra Bio eng mit anderen regionalen Öko-Kooperativen und Anbaupartnern zusammen, um die Angebotspalette beständig zu erweitern. Aktuell ist die Genossenschaft in Verhandlungen mit Erzeugern von Öko-Soja, um die hohe Nachfrage in Deutschland vielleicht in Zukunft von den Marken aus zu bedienen.

Naturland Fair Zertifizierung ist das nächste Ziel
Die meisten Mitgliedsbetriebe von Terra Bio sind inzwischen nicht nur nach den Standards des IMC (Istituto Mediterraneo di Certificazione), sondern auch nach den strengen Richtlinien von Naturland und Bio-Suisse zertifiziert. Gerade mit Naturland verbindet die Genossenschaft eine langjährige Partnerschaft: Bereits vor 15 Jahren hat die Marktgesellschaft der Naturland Betriebe Öko-Getreide von märkischen Erzeugern bezogen und damit den Weg in den internationalen Öko-Markt geebnet. Noch enger wurde die Zusammenarbeit, als Frauke Weissang 2005 in das Naturland Präsidium einzog. Die Öko-Bäuerin ist im Verwaltungsrat von Terra Bio und dort zuständig für Auslandsverkauf und Zertifizierung. Nach dem Ausbau der Flächen hat sich die Genossenschaft bereits das nächste Ziel gesteckt: Mit der Unternehmenszertifizierung nach den neuen Naturland Fair Richtlinien will Terra Bio Naturland Fair Partner werden und sein Engagement für ökologischen Landbau und faire Partnerschaften unterstreichen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.terrabio.eu