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Naturland Fair

Fair vom Fischteich bis in den Fachhandel

Wenn Öko wachsen soll, sind faire Erzeugerpreise die Voraussetzung. Das kann Theo Jansen, der Geschäftsführer der Wechsler Feinfisch GmbH, aus eigener Erfahrung bestätigen. Das Familienunternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Erfstadt ist bereits seit 1996 Naturland Partner und hat den Markt für Öko-Fisch und -Meeresfrüchte mitentwickelt. Nun soll das Forellensortiment erweitert werden – doch dazu sind umstellungsbereite Erzeuger gefragt.

„Die Kunden wissen, dass EU-Bio nur der kleinste gemeinsame Nenner ist, und greifen vor allem im Naturkostfachhandel bevorzugt zu Verbandsware“, meint Theo Jansen. „Aber es ist für uns als Hersteller von Premium-Räucherfischprodukten gar nicht leicht, Teichwirte zu finden, die zu einer Zertifizierung bereit sind.“ Konventionell dürfen sie nämlich unbegrenzt viele, nach der EU-Öko-Verordnung nur noch zwanzig Kilogramm und nach den Naturland Richtlinien gerade mal die Hälfte an Forellen pro Kubikmeter Wasser halten – das muss sich also erst einmal durch entsprechende Abnahmemengen und Preise lohnen. Gleichzeitig schrecken viele Erzeuger vor der Abhängigkeit zurück, in die sie sich dabei begeben. Denn was passiert, wenn der Hersteller auf einmal abspringt und die Öko-Fische nach fünf Monaten Aufzucht – trotz Zertifizierung und den damit verbundenen Kosten – am konventionellen Markt verkauft werden müssen? Ohne Planungssicherheit erscheint das Risiko oft größer als der wirtschaftliche Nutzen.

feinfisch3 250Nicht nur eine Preisfrage
Aus diesem Grund sind faire Preise lediglich ein Aspekt der Naturland Fair Richtlinien, die nicht nur in diesem Punkt weit über andere Fair Zertifizierungen hinausgehen. Denn gleichzeitig fordert Naturland langfristige Lieferbeziehungen, ein hohes Maß an sozialer Verantwortung sowie möglichst regionalen Rohstoffbezug. Als man sich bei Wechsler Feinfisch für die freiwillige Zusatzzertifizierung entschieden hat, war klar, dass damit auch ein Lieferantenwechsel einhergeht. Kamen die Öko-Forellen für Produkte der Fachhandelsmarke BioMare früher von weiter her, bezieht der feinfisch1 250Räucherfischspezialist sie heute von den Waldecker Fischzuchten im hessischen Nationalpark Kellerwald am Edersee. Wie Wechsler selbst ist auch dies ein Betrieb, der bereits ein paar Jahre Naturland Erfahrung hat. Doch bisher war die ökologisch bewirtschaftete Fischzucht Werbetal nur ein kleiner Geschäftszweig der Familie Rameil, und die verbandszertifizierten Fische wurden vor allem an regionale Händler und Gastronomen vermarktet. Das soll sich nun durch die Zusammenarbeit mit Wechsler ändern: „Die erste Naturland Fair zertifizierte Räucherforelle haben wir im September letzten Jahres erfolgreich im Naturkostfachhandel etabliert“, berichtet Theo feinfisch4 250Jansen. „Über kurz oder lang wollen wir Naturland Fair Partner werden und unser gesamtes Sortiment umstellen.“

Profitabel für beide Seiten
Nicht nur der Verarbeiter, sondern auch die Waldecker Fischzuchten mussten im Zuge der neuen Partnerschaft auf Naturland Fair umgestellt werden. Rückblickend sieht Inhaber Walter Rameil den Weg dorthin allerdings weniger als Umstellung, sondern vielmehr als Chance, sich stärker bewusst zu werden über das ohnehin große ökologische und soziale Engagement seines Familienunternehmens. „Die faire feinfisch6 250Bezahlung unserer Mitarbeiter, die arbeitnehmerfreundliche Gestaltung von Verträgen, die Führungen für Schulen und Kindergärten, das Angebot an Lehrstellen und Praktikumsplätzen oder Spenden für regionale Projekte“, zählt er auf, „all das ist bei uns nicht neu, muss aber nun für die Kontrolle schriftlich dokumentiert werden.“ Auch weiterhin verkauft er seine Öko-Forellen an kleine Abnehmer aus der Region, doch die Mengen für Wechsler Feinfisch haben den Ausbau der ökologisch bewirtschafteten Anlagen erst richtig rentabel gemacht. Inzwischen sind nicht nur die Fischzucht Werbetal, sondern auch die Brutanlage Reiherbach und die Brut- und feinfisch5 250Setzlingsaufzucht Klippmühle nach den Naturland Richtlinien zertifiziert.

Fair geht nah. Weltweit.
Die Faire Forelle ist nur ein Beispiel von vielen, wie sich die Handelsbeziehungen nach den Naturland Fair Richtlinien zum Positiven wandeln. Spielte sich der Faire Handel früher allein in den Ländern des Südens ab, so ist er heute zu einer globalen Bewegung geworden. „Fair geht nah. Weltweit.“ Das diesjährige BioFach Motto von Naturland wird in einer ganzen Palette von frisch zertifizierten Produkten aus dem Norden lebendig. Auf Brot und Milchprodukte sind Wein, Forelle und Oliven gefolgt, und das Interesse an der freiwilligen Zusatzzertifizierung ist deutlich gewachsen. Faire Preise, verlässliche Handelsbeziehungen, regionaler Rohstoffbezug – das sind Voraussetzungen, unter denen die Öko-Erzeugung auch hierzulande neue Wachstumsimpulse bekommt.

Näheres erfahren Sie unter www.wechsler.eu