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IFOAM EU-Kongress in Tallinn stellt Fahrplan für Umsetzung seiner Vision vor

IFOAM bubbles 250Vor zwei Jahren hat der europäische Dachverband der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft (IFOAM EU) seine „Organic Vision“ veröffentlicht. Darin wurde als Ziel festgelegt, dass bis 2030 die Hälfte der EU-Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaftet sein soll. Auf dem 11. Kongress der IFOAM EU, der von 5. Bis 6. September in Estlands Hauptstadt Tallinn stattfand, wurde nun ein Fahrplan vorgestellt, wie dieses Ziel zu erreichen sei.

Auf der Konferenz waren sich die Akteure der Öko- und Umweltbranche einig: Innovationen müssen vorangetrieben werden und die GAP muss diejenigen Landwirte fördern, die ökologisch oder umweltfreundlich wirtschaften. Das Potential des Öko-Landbaus sollte künftig zudem nicht nur in der GAP, sondern auch generell in der EU-Politik eine stärkere Rolle spielen.

EU Flagge 250Die Öko-Branche in Deutschland fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ab 2020. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zusammen mit den großen Öko-Verbänden erarbeitet. Zentrales Element des Vorschlags ist ein neues Nachhaltigkeitsmodell für die künftige Verteilung der Agrarförderung ab 2020.

„Es geht um eine faire Partnerschaft zwischen Bauern und Gesellschaft, in der öffentliche Gelder tatsächlich auch für öffentliche Leistungen verwendet werden“, erläutert Naturland Präsident Hubert Heigl die Zielrichtung des Modells, an dessen Entwicklung auch Naturland maßgeblich mitgewirkt hat.

Die EU-Kommission plant die nächste Agrarreform und hat im Februar 2017 eine öffentliche Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gestartet. Rund 323.000 Einzelpersonen und Organisationen haben sich an dieser öffentlichen Umfrage beteiligt. Rund die Hälfte der Antworten kam aus Deutschland. Dies verdeutlicht die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 und das wachsende Interesse der Bevölkerung an einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Von Öko- und Umweltverbänden, darunter Naturland, wurde eine breite öffentliche Diskussion um den Reformbedarf im Agrarsektor angestoßen, um möglichst viele Menschen für die Belange von Landwirt*innen, Umwelt und Verbraucher*innen zu sensibilisieren und zu einer Teilnahme an der Umfrage zu animieren. Dabei wurden auch Ausfüllhilfen mit Antwortempfehlungen und Erläuterungen entwickelt, ebenso wie eine gemeinsame Empfehlung von Bioland, Demeter und Naturland.