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EU Flagge 350Die Öko-Branche in Deutschland fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ab 2020. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zusammen mit den großen Öko-Verbänden erarbeitet. Zentrales Element des Vorschlags ist ein neues Nachhaltigkeitsmodell für die künftige Verteilung der Agrarförderung ab 2020.

„Es geht um eine faire Partnerschaft zwischen Bauern und Gesellschaft, in der öffentliche Gelder tatsächlich auch für öffentliche Leistungen verwendet werden“, erläutert Naturland Präsident Hubert Heigl die Zielrichtung des Modells, an dessen Entwicklung auch Naturland maßgeblich mitgewirkt hat. Statt weiter Geld mit der Gießkanne zu verteilen und so vor allem Landbesitz zu belohnen, sollen die Landwirte – ökologische wie konventionelle – künftig für ihre Leistungen entlohnt werden: für sauberes Wasser, Artenvielfalt, Klima- und Tierschutz. „Nur eine solche neue Agrarpolitik kann die Akzeptanz der Verbraucher gewinnen und bäuerlichen Betrieben eine wirkliche Zukunft geben“, unterstreicht der Naturland Präsident.

Das Positionspapier des BÖLW mit dem Titel „Starke Höfe, gesunde Umwelt, lebendige Dörfer – für BOELW Nachhaltigkeitsmodell GAPBÖLW-Nachhaltigkeitsmodell für die GAP ab 2020eine zukunftsfähige gemeinsame Agrarpolitik der EU“ analysiert die seit langem kritisierten Defizite der bisherigen GAP. Künftig sollen Agrargelder zuerst ökologischen und sozialen Zielen dienen und dazu beitragen, dass die Landwirte auch mehr Umwelt- und Tierschutzleistungen erbringen können.

Kernstück des Nachhaltigkeitsmodells ist das „Entgelt Umwelt, Klima, Tierschutz“ (EUKT), über das die Landwirte für konkrete Leistungen in diesen Bereichen Prämien erwirtschaften können. Die EU-Förderung für die Entwicklung ländlicher Räume, über die bisher auch nichtlandwirtschaftliche Maßnahmen wie z.B. Infrastrukturmaßnahmen oder Dorferneuerung gefördert wird, soll von den landwirtschaftsbezogenen Maßnahmen getrennt werden, um Mittelkonkurrenzen zu vermeiden und unterschiedliche Politikziele mit entsprechend spezifischen Instrumenten verfolgen zu können.

Das komplette BÖLW-Positionspapier mit dem Nachhaltigkeitsmodell findet sich hier.