Partner

Hand in Hand mit Erzeugern aus der Region

Mit seinen Öko, Sozial und Fair Richtlinien liegt Naturland auf einer Wellenlänge mit dem ver.di Bildungszentrum in Mosbach. Als neuer Gastro Partner setzt das gewerkschaftliche Tagungshaus bevorzugt auf Naturland Fair zertifizierte Produkte wie Kaffee von Merchant & Friends, Milchprodukte von den Milchwerken Berchtesgadener Land oder Tee von GEPA und dwp. Ein wesentliches Aspekt des Konzeptes sind aber auch Lieferpartnerschaften zu Naturland Erzeugern aus der Region.

Alle drei Wochen fährt der Lieferwagen des Naturland Hofes Frey von Miltenberg ins 50 Kilometer entfernte Mosbach. Sein Ziel ist das ver.di Bildungszentrum, das monatlich im Schnitt von 600 Gästen besucht wird. Die Küche des gewerkschaftlichen Tagungs- und Hotelbetriebs bestellt bei Familie Frey Kartoffeln, Eier, Nudeln, Geflügel und Eierlikör. Frische Äpfel kommen einmal pro Woche vom Naturland Obsthof Reiner im nahen Schwaigern, und mit weiteren Naturland Erzeugern laufen derzeit erste Verhandlungen. „Als wir mit der Umstellung unserer Küche begonnen haben, hat uns Naturland eine umfangreiche Liste mit möglichen Partnern aus der Umgebung zusammengestellt“, erzählt Anja Kuhn, die für den Wirtschafts- und Verwaltungsbereich des Hauses zuständig ist. Daraufhin setzte sie sich ans Telefon, besuchte verschiedene Höfe, informierte sich über mögliche Gebindegrößen und entwickelte neue Lieferstrukturen.

Inzwischen ist weitgehend Routine eingekehrt und das Fazit durchweg positiv: Die Zusammenarbeit mit den Naturland Betrieben läuft hervorragend – vor allem, weil beide Seiten in der Lage sind, flexibel auf die jeweilige Angebots- und Nachfragesituation zu reagieren. Die Küche des Tagungshauses beispielsweise nimmt, im Gegensatz zum Handel, auch Eier in Größe S, die von Familie Freys Junghühnern gelegt werden. Auf dem Bauernhof wiederum ist man gerne bereit, neue Gemüsesorten für den Gastrobetrieb zu kultivieren und die Produktpalette weiter auszubauen. „Das setzt zum einen voraus, dass man miteinander im Gespräch bleibt“, meint Anja Kuhn. „Vor allem aber ist die innere Überzeugung wichtig, mit der man so ein Konzept umsetzt. Unsere Köche stehen voll dahinter und haben inzwischen einen ganz anderen Bezug zu den Zutaten, die sie Tag für Tag verarbeiten.“

Öko als Wettbewerbsvorteil
Das Argument vieler Gastronomen, die Umstellung auf Öko sei zu teuer, kann Anja Kuhn nicht nachvollziehen. Sie fährt von Anfang an gut mit einer Mischkalkulation, zu der neben saisonalem Einkaufsverhalten und direkten Lieferbeziehungen auch die deutliche Reduktion des Fleischanteils gehört. Zwei täglich wechselnde vegetarische oder vegane Gerichte stehen inzwischen fest auf der Speisekarte – im Einklang mit den Naturland Richtlinien und im Sinne der Gäste, von denen teils 80 Prozent auf die fleischlose Alternative zurückgreifen. Die vergleichsweise geringe Preiserhöhung bekommen sie nicht direkt zu spüren, da die Seminare inklusive Kost und Logis von den Arbeitgebern bezahlt werden. Dort wiederum ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz inzwischen so wichtig geworden, dass die Öko-Verpflegung als direkter Wettbewerbsvorteil gilt.

Für Anja Kuhn ist inzwischen eine gute Basis erreicht worden, die es nun weiter auszubauen gilt. Noch immer prüft sie die Lieferantenliste von Naturland auf der Suche nach Erzeugern und Verarbeitern, die zum Konzept des ver.di Bildungszentrums passen. Die Naturland zertifizierten Marmeladen der Werkstätten Haus Hall beispielsweise sind inzwischen fester Bestandteil des Frühstücksangebotes. „Als gewerkschaftliche Einrichtung vertreten wir soziale Werte, und die wollen wir auch in unserem gastronomischen Angebot zeigen.“

Genaueres erfahren Sie unter www.bst-mosbach.verdi.de

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