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Elf Fragen an den Biopilzhof

Seit über 14 Jahren züchten Sie Champignons. Seit nunmehr 8 Jahren züchten Sie ökologische Champignons. Was war für Sie der Grund auf ökologische Produktsweise umzustellen?

Biopilzhof: Schon bevor wir mit der Champignonzucht begonnen sind, haben wir in unserem landwirtschaftlichen Betrieb  beim Ackerbau und in der Viehhaltung auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. Wir sind der Natur verbunden und produzieren mit Respekt. Auch bei den Champignons können wir auf Chemie verzichten. Dafür braucht es mehr Disziplin bei der Betriebshygiene. Wir sind von unseren Produkten überzeugt und haben die Umstellung auf den Öko-Anbau nie bereut.
2. Wo liegen die größten Unterschiede zwischen der konventionellen und der ökologischen Produktion von Pilzen?
Biopilzhof: Bei der ökologischen Produktion fängt „bio“ bereits bei den Rohstoffen an. Das Champignonsubstrat besteht aus Stroh, Hühnermist und Gips – natürlich sind alle Rohstoffe aus zertifiziertem Anbau und ohne Pestizidbelastung. In der Champignonzucht selbst wird im Gegensatz zum konventionellen Anbau komplett auf Pflanzenschutzmittel verzichtet.  
3. Wie funktioniert eigentlich die Aufzucht von Pilzen in klimatisierten Räumen? (Welche Voraussetzungen sind erforderlich? Und welche Ausgangsstoffe werden benötigt? Wo kommt die Energie für die Klimaanlage her?)
Biopilzhof: Da in der Kultur auf Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, ist Hygiene extrem wichtig. Das bedeutet, dass die Kulturräume durch Luftfilter von Sporen aus der Umwelt geschützt werden müssen und die Räume sehr sauber gehalten werden. In der Kultur werden dann Parameter wie  Raumtemperatur, Luftfeuchte und Luftzirkulation je nach Rohstoffbeschaffenheit angepasst. Die Energie der Klimaanlagen kommt zu einem Teil von der Photovoltaikanlage, die auf dem Dach installiert ist.
4. …und wie lange dauert es bis die Champignons geerntet werden können?
Biopilzhof: Vom Befüllen der Ernteräume bis zur ersten Ernte vergehen ca. 15 -18 Tage.
5. Ist die Ernte eigentlich Handarbeit? (bitte auch kurzen Bezug auf die Verpackung nehmen - Dank.)
Biopilzhof: Die gesamte Ernte wird ausschließlich per Hand durchgeführt. Da der Champignon sehr empfindlich ist, wird er direkt in die vom Kunden gewünschte Verpackung gepflückt, damit er so wenig wie möglich berührt wird. Der Hauptteil unserer Verpackungen besteht aus Mehrwegverpackungen, Holzschalen oder kompostierbaren Kunststoffschalen.  
6. Hygiene spielt in der Pilzzucht eine große Rolle für die Produktsicherheit. Wie gewährleisten Sie gegenüber Ihren Kunden die einwandfreie Produktsicherheit?
Biopilzhof: Die Produktsicherheit wird einerseits durch unsere interne Qualitätssicherung  gewährleistet, die sowohl die Schulung des Personals sowie die Gewährleistung der geforderten Standards übernimmt. So ist der Zuchtbetrieb neben Naturland und Bio-Suisse auch nach Global Gap und QS zertifiziert. Die Vermarktung arbeitet nach IFS und QS Standards. Andererseits lassen wir unsere Produkte wöchentlich von externen Laboren überprüfen, wodurch die Pestizidfreiheit dokumentiert wird.  
7. Sie züchten weiße und braune Champignons – welchen Unterschied gibt es zwischen den beiden Sorten? (Aussehen? Geschmack? Verarbeitung? Haltbarkeit?)
Biopilzhof: Der braune Champignon besitzt einen etwas geringeren Feuchtigkeitsanteil als der weiße Champignon. Deshalb hat er ein etwas würzigeres Aroma. In der Zubereitung und Haltbarkeit gibt es zwischen beiden Sorten keine Unterschiede.
8. Der Herbst ist die eigentliche Pilzzeit. Champignons sind jedoch ein Ganzjahres-Produkt. Ist das ein großer Vorteil?
Biopilzhof: Die ganzjährige Verfügbarkeit von Champignons ist unserer Meinung nach einer der größten Vorteile des Produktes. Der Verbraucher hat somit immer ein sehr gesundes Frischgemüse zur Hand, um sich lecker und gesund zu ernähren. Auch die vielfältige Kombinationsmöglichkeit mit anderen Gerichten unterstreicht dies nochmals.
9. Wer sind Ihre wichtigsten Kunden? (Gastronomie? Fachhandel? LEH? Abo-Kisten?)
Biopilzhof: Wir liefern zur Zeit von der Gastronomie über den Fachhandel bis zum LEH an alle Kundengruppen und wollen natürlich, dass dies auch so bleibt, da jede Kundegruppe für uns wichtig ist.  
10. Bleibt der Champignon der beliebteste Speisepilz der Deutschen? (Wie schätzen Sie die Marktentwicklung ein?)
Biopilzhof: Gerade im Öko-Bereich werden auch gern andere Pilze wie z.B. der Shii-Take-Pilz oder der Austernseitling nachgefragt, die übrigens auch vom Biopilzhof gezüchtet werden. Den Hauptanteil des deutschen Champignonkonsums macht allerdings immer noch der Champignon aus. Wir denken, dass sich dies in den nächsten Jahren auch nicht ändern wird.
11. Was ist Ihr persönlicher Geheimtipp zur Zubereitung von Champignons?
Biopilzhof: Ganz einfach und schnell zuzubereiten: Bei mehreren etwas größeren Champignons den Stiel entfernen und in die entstandene Aushöhlung  etwas Frischkäse füllen. Dann mit etwas Pfeffer und Salz bestreuen sowie eine Nuss – z.B. eine Wallnuss in den Frischkäse stecken. Die Champignons nun auf den Grill oder in den Backofen legen, bis der Käse leicht zerlaufen ist und servieren.

Näheres erfahren Sie unter www.biopilzhof.de