Online Angebote für Gastronomie Partner

Aktuelles von Naturland

14 Juli 2022

Ackerbohne & Co - klimafreundliches Kochen mit heimischen Hülsenfrüchten in der Gemeinschaftsverpflegung mit Hülsenfrüchte Expertin und Bloggerin Cecilia Antoni.

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Online Angebote für Gastronomie Partner: Mit Expert:innen Genuss-Momente und Lebensmittel kennenlernen. Die Online-Veranstaltungen öffnen Naturland Partnern Türen in neue Genusswelten und zeigen Möglichkeiten, Naturland zertifizierte Lebensmittel in der Außerhausverpflegung einzusetzen.

Die Online-Veranstaltungen öffnen Naturland Partnern Türen in neue Genusswelten und zeigen Möglichkeiten, Naturland zertifizierte Lebensmittel in der Außerhausverpflegung einzusetzen. Mit fünfzig Anmeldungen traf die gemeinsame Veranstaltung der Beratung für Naturland und der Naturland Zeichen GmbH am 23.11.2021 auf ein erfreulich großes Interesse. Den Abend eröffnete Elisabeth Peters, die bei der Naturland Zeichen GmbH Gastronomie-Partner betreut, und stellte die Akteurinnen und Akteure vor.

Hülsenfrüchte vielfältig zubereitet in der Hofkitchen

In der Hofkitchen, dem Kochstudio von Naturland Gastro Partner Lorenz Hartmann, wurde mit drei kreativen Rezeptkreationen gezeigt, wie man heimische Hülsenfrüchte vielfältig einsetzen kann und sie deshalb sehr gut für die Gemeinschaftsverpflegung geeignet sind. Zwei der Rezeptkreationen wurden von Cecilia Antoni, der Expertin für die Zubereitung von Hülsenfrüchten von der Beratung für Naturland, entwickelt. Gemeinsam haben die beiden die Gerichte (Falafel aus Ackerbohnen, Erbsen-Dip, Shepherdless Pie mit Belugalinsen und Haselnuss-Polenta) mit den Teilnehmenden zubereitet und Cecilia Antoni hat dazu ihr Wissen über heimische Hülsenfrüchte geteilt. Die benötigten Hülsenfrüchte und eine Einkaufsliste mit Rezepten erreichten die Teilnehmer:innen in Form eines Überraschungspakets per Post.

Der Kochkurs fand im Rahmen des von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Projekts Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne statt. Dessen Ziel ist es, Anbau und Verarbeitung dieser beiden Kulturen in Deutschland zu unterstützen sowie Nachfrage und Angebot zusammenzubringen. Unter der Leitung des LLH sind deutschlandweit 75 landwirtschaftliche und verarbeitende Demonstrationsbetriebe aktiv. Der Anbau heimischer Eiweißpflanzen wie Körnerleguminosen ist politisch gewünscht, weil sie große Vorteile für Umwelt und Natur als auch für die menschliche Ernährung vereinen.

Vorteile Hülsenfrüchte: Lecker, gesund und gut für die Böden

Hülsenfrüchte sind eiweiß- und ballaststoffreiche Kraftpakete, ideal geeignet für die vegetarische oder vegane Ernährung. Durch die optimale Kombination aus Ballaststoffen, Eiweiß und langkettigen Kohlenhydraten halten sie lange satt. Sie können sehr vielseitig verwendet werden: als Hülsenfruchtmehle für Brote und Nudeln, als Zutat für Hauptgerichte und Beilagen, als Brotaufstriche und Hummus. Pflanzliches Eiweiß ist eine gute Alternative bzw. Ergänzung zu tierischem Eiweiß im Fleisch und ist zudem klimafreundlich und richtig lecker.

Aber nicht nur für die Ernährung bieten Hülsenfrüchte viele Vorteile, sondern auch im Anbau. Die Leguminosen erweitern die Fruchtfolgen, helfen die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und steigern die Nährstoffverfügbarkeit. Warum also werden sie in Deutschland nur auf einer verschwindend geringen Fläche von weniger als einem Prozent angebaut?

Der Großteil der in Deutschland konsumierten Hülsenfrüchte wird importiert. Das müsste nicht sein, denn die heimischen Böden und unser Klima passen sehr gut zu Erbse, Bohne und Lupine. Auch der Sojaanbau funktioniert in vielen Regionen schon recht gut. In Deutschland werden derzeit nur zwei Prozent der Ackerflächen für den Anbau von Hülsenfrüchten genutzt, weil der Fokus auf Kulturen wie Weizen, Mais und Raps liegt.

Das Projekt wird unterstützt von LeguNet / BLE.

Drei Fragen an Cecilia Antoni (Naturland Hülsenfrüchte-Expertin und Bloggerin):

Frage: Cecilia, warum werden Hülsenfrüchte oft auch als klimaschonende Pflanzen bezeichnet? Zahlen sie auf den Klimaschutz ein?

Antwort: Hülsenfrüchte sind die einzigen Pflanzen, die ihren eigenen Stickstoffdünger produzieren können. Das klappt mit Hilfe von im Boden lebenden Knöllchenbakterien, den Rhizobien. Sie docken an den Wurzeln der Pflanzen an, bilden dort Knöllchen und sammeln den Stickstoff aus der Luft. Die Pflanze hat so ihre eigene kleine Düngefabrik und belässt nach der Ernte sogar noch einen Überschuss an Stickstoff für die Folgekultur im Boden. Der Bauer bzw. die Bäuerin sparen Dünger. Das ist gut für das Klima, da die Herstellung von mineralischen Stickstoffdüngern sehr viel Energie verbraucht. Hülsenfrüchte sind gleich auf mehreren Ebenen klimaschonend. Viele Arten wie Erbsen, Linsen, Ackerbohnen und Soja können bei uns gut angebaut werden und müssen daher nicht um die halbe Welt reisen. Beim Anbau verbessern sie durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien die Bodenfruchtigkeit, indem sie Luftstickstoff in den Boden einbringen. Die Pflanze hat so ihre eigene kleine Düngerfabrik und belässt nach der Ernte ihren Überschuss an Stickstoff für die nachfolgende Kultur im Boden. So wird Dünger eingespart, der bei der Herstellung sonst sehr viel Energie verbraucht. Die schönen Blüten der Leguminosen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten, insbesondere Hummeln und Bienen. Uns Menschen versorgen Hülsenfrüchte mit tollen Nährwerten und pflanzlichem Protein und sind ein absolut spannendes Lebensmittel; statt wie bisher überwiegend nur Tierfutter zu sein.

Frage: Was fasziniert dich persönlich an den Hülsenfrüchten. Was ist deine Lieblingsbohne und warum?

Antwort: Meine Lieblingsbohne ist die heimische Ackerbohne. Sie wurde einfach viel zu lange unterschätzt, dabei ist sie gut zubereitet ein Genuss! Von herzhaft bis süß, ob gekocht oder gebacken, die Ackerbohne ist so schön wandelbar und hat tolle Nährwerte, ist zudem glutenfrei und frei von Allergenen. Hülsenfrüchte werden natürlich oft für ihren hohen Proteingehalt geschätzt, ich dagegen finde ihren hohen Ballaststoffanteil besonders faszinierend, weil der Blutzuckerspiegel weniger gereizt wird und eine langanhaltende Sättigung einsetzt. Übrigens, die Verträglichkeit von Hülsenfrüchten lässt sich trainieren. Zählt also nicht als Ausrede!

Frage: Hülsenfrüchte haben das Image, lange Kochzeiten zu haben und nicht so gut verdaulich zu sein. Was ist dein ganz persönlicher Kochtipp damit noch mehr Hülsenfrüchte noch auf den Tellern landen?

Antwort: Tatsächlich war die Motivation für meinen Blog Bean Beat, einfache und abwechslungsreiche Rezeptideen jenseits von Bohneneintopf und Erbsensuppe zu entwickeln. Das gab’s so vorher noch nicht - zumindest nicht in Deutschland - und anfangs wurde ich dafür viel belächelt, weil es so uncool schien. Dabei habe ich mich nicht zufällig mit Hülsenfrüchten befasst. Die Frage, wie können wir uns zukunftsfähig ernähren, hat mich schon sehr lange angetrieben und gleichzeitig verwundert, warum niemand anderen das interessiert. Zum Glück hat sich das endlich geändert.

Über die Naturland Expertin für Hülsenfrüche Cecilia Antoni:

Cecilia ist Projektmitarbeiterin im LeguNet seit 01/2022 (vorher im DemoNet Erbse/Bohne 2018 bis Ende 2021und hier für die WSK Humanernährung öko zuständig). Zudem ist sie spezialisiert auf das Kochen mit heimischen Hülsenfrüchten. Seit 2013 betreibt sie einen Blog, der sich ausschließlich mit Hülsenfrüchten in der menschlichen Ernährung befasst und viele Infos und Rezeptideen bietet. Zudem hat sie 2019 das Unternehmen Bohnikat gegründet, das heimische Hülsenfrüchte einfacher zugänglich macht. In diesem Zusammenhang entwickelte sie die gerösteten Ackerbohnen, aus ausschließlich heimischen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe. Diese sind überwiegend in Unverpackt-Läden erhältlich.

Workshop-Organisation

Carola Zellner: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Lena Heilmeier: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr Infos

www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de

www.hofkitchen.de 

www.beanbeat.de 

Naturland Zeichen GmbH

Kleinhaderner Weg 6
DE-82166 Gräfelfing

Tel. +49 (0)89 898082-700
Fax +49 (0)89 898082-81
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