Verbraucher

Verbraucher hinterfragen – neben dem Preis – zunehmend moralisch-ethische, ökologische, kulinarische und gesundheitliche Aspekte beim Lebensmitteleinkauf. Da die herkömmliche Landwirtschaft hierzu wenig überzeugende Antworten bietet, ziehen Einige durch Fleischverzicht ihre Konsequenzen. Kritische, qualitätsorientierte Verbraucher konsumieren weniger (bis keine) tierischen Lebensmittel, unterstützen grundlegende Werte und Ziele des Öko-Landbaus und stoßen Diskussionen zur heutigen Tierhal-tung und zu grundsätzlichen Ernährungsthemen an. Sie sind für den Öko-Landbau wichtige Zielgruppe und Un-terstützer und für gesellschaftliche Debatten unentbehr-lich. Dennoch stellt sich die Frage, ob eine radikale Abkehr vom Fleisch dem Öko-Landbau nicht eher schadet.

 

Öko-Landbau ist ohne Tiere schwieriger

Beim Pflanzenanbau werden den Böden Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und vor allem Stickstoff entzogen, die die Landwirte wieder ausgleichen müssen. Hier gehen die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft völlig verschiedene Wege. Im Öko-Landbau wird die Nährstoffversorgung der Pflanzen über einen Mix direkter und indirekter Maßnahmen sichergestellt, wobei die Fruchtfolgegestaltung und die Wirtschaftsdünger aus eigener Tierhaltung dominieren. Ohne Tierhaltung steht der Landwirt vor größeren Herausforderungen – er muss in höherem Maß Komposte und organische Handelsdünger für einen Rückfluss von Nährstoffen auf seine Flächen nutzen. Öko-Tierhaltung ist immer an die Fläche gebunden und daher ist das Verhältnis von Mistaufkommen und Nährstoffbedarf der Pflanzen ausgewogen – Mist ist hier kein Entsorgungsproblem. Da synthetische Stickstoffdünger im Öko-Landbau verboten sind, stehen dem Öko-Bauern keine Düngeralternativen zur Verfügung: Ein Wegfall der Tierhaltung und damit der Düngerquelle Mist/Gülle hätte weitreichende Folgen für die Nährstoffversorgung auf Öko-Betrieben, würde tendenziell zu schlechteren Ernten führen und langfristig die Böden auslaugen.

Mehr Infos zur Rolle der Tierhaltung im Öko-Landbau und Veganer Ernährung finden Sie hier im Flyer:

 file ico Öko-Landbau und Veganismus (PDF, 880 kB)