Kaffee aus dem alten Königreich der Ankole

Von den fruchtbaren Hügeln Bushenyis bis zu den hohen Bergen von Bunyaruguru südwestlich des Edwardsees reicht das Anbaugebiet der Bäuerinnen und Bauern die in dem Dachverband der Kaffeegenossenschaften, der Ankole Coffee Producers‘ Co-operative Union (ACPCU) im Südwesten Ugandas organisiert sind. Der See bildet heute die Grenze zum Kongo. Benannt ist die Kooperative nach dem traditionellen Königreich Ankole, zu dem das Kooperativengebiet früher gehörte. Von den Ankole stammt auch das Ankole Rind mit seinen mächtigen, ausladenden Hörnern, dessen Ansehen und ideeller Wert bis in die heutige Zeit ungebrochen ist. Die über 3.000 Naturland Bauern sind in zwölf Basisorganisationen organisiert.

Uganda gilt als die Heimat des Robusta Kaffees, Coffea Canephora, nach Arabica die zweiwichtigste Kaffeesorte der Welt. In den späten 1990er Jahren gingen viele Kleinbauern-Kooperativen in Uganda bankrott, weil sie nicht mehr mit den weltweit fallenden Kaffeepreisen und der Öffnung der Märkte Schritt halten konnten. Öko-Anbau und Fairer Handel boten den Bauern wieder eine Zukunft. Der Genossenschaftsverband ACPCU hat seit seiner Gründung im Jahre 2006 besonders in die Verarbeitung seines Rohkaffees investiert und wurde dabei umfassend von der GEPA unterstützt.

Typische Bauernfamilien der Kooperative besitzen rund 1,5 Hektar Land, viele noch weniger. Davon bewirtschaften sie nicht mal ein halbes Hektar mit Robusta Kaffee. Dazwischen kultivieren die meisten Bauern auch eine Hand voll Arabica Kaffeesträucher. Manche halten auch ein oder zwei Rinder, auch mal ein paar Schweine. Das schafft zusätzliches Einkommen und verbessert die Ernährungssituation der Familien. Auf den anderen Flächen wird Maniok, Mais, Hirse und Bananen für die Eigenversorgung angebaut.

Öko-Anbau sichert bäuerliche Existenzen

Zwischen den Kaffeesträuchern stehen Bäume, die Schatten spenden und Früchte wie Ananas, Bananen und Avocados liefern, manche halten auch Bienen und haben kleine Kanäle auf den Feldern, die das Wasser gleichmäßig in der Kaffeepflanzung verteilen. Mit der Öko-Bewirtschaftung wird die Bodenfruchtbarkeit wiederaufgebaut. Die Erträge sind gestiegen und die Produktionskosten gesunken. Dass sie durch die Bio-Umstellung auch ohne Pestizide auskommen, begrüßen die Bauern, denn sie haben selbst auch Ängste im Umgang mit den Chemikalien, auch wegen ihrer Kinder.

Die Bedrohung Klimawandel

Die vulkanischen Böden und der Öko-Anbau lassen die Kaffeepflanzen zwar gut gedeihen, doch Kaffee-Ertrag und die Qualität hängen auch stark vom Regen ab. Er beeinflusst Blütezeit und Reifung der Kaffeekirsche, die ganz wesentlich zur Qualität des Kaffees beitragen. Wenn es zu viel regnet werden die Kaffeesträucher anfällig für Pilze oder andere Krankheiten, zu wenig Regen hemmt das Wachstum der Pflanzen. Die Öko-Bewirtschaftung unter Schattenbäumen ist daher umso wichtiger, denn sie trägt in vielfältiger Weise zur Nachhaltigkeit des Kaffeeanbaus bei. Doch wenn der Klimawandel nicht gebremst wird und die Temperaturen weiter ansteigen, ist es fraglich, wie lange diese Anpassungsmaßnahmen noch wirken. Die Bauern berichten, dass das Wetter unberechenbarer geworden ist. Die Regenfälle werden heftiger und die Trockenzeiten ausgedehnter. Noch sind mit der Umstellung auf Öko-Anbau die Erträge der Bauern deutlich besser geworden und für die gute Bio Qualität gibt es auch bessere Preise. Aber die Märkte wachsen nicht so, wie sich das John Nuwagaba, der Geschäftsführer von ACPCU, wünscht.
„Wir produzieren rund zwei Millionen Kilogramm Kaffee im Jahr und verkaufen davon nur einen sehr kleinen Anteil an die GEPA nach Deutschland. Wir wollen mehr verkaufen. Und lassen Sie sich sagen, der Kaffee schmeckt nicht nur exzellent, sondern mit jeder Tasse unseres Kaffees unterstützen sie auch ein Kind, dass zur Schule gehen darf und eine gute Gesundheitsversorgung genießt.“

Seit 2018 unterstützt Naturland den Dachverband in einer Kooperation mit GEPA bei der Anpassung an den Klimawandel.