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Ökologische Aquakultur

Ökologische Aquakultur - die "Blaue Revolution" nachhaltig gestalten

Sehr viele Wildfischbestände sind heute schon überfischt und auch die Aquakultur hat mit verschiedenen Problemfeldern zu kämpfen: Degradierung von wertvollen Naturräumen, nicht tiergemäße Haltungssysteme, sowie die oft nicht nachhaltige Herkunft von Futtermitteln sind dabei besonders kritisch.

Naturland hat mit den Richtlinien für Ökologische Aquakultur Pionierarbeit geleistet. Bereits 1996 schuf der Verband mit den Richtlinien für die Ökologische Aquakultur Vorgaben zur Ökologischen Fischzucht.

Forellen, aber auch Karpfen, Lachs, Shrimps, Muscheln und tropische Süßwasserfische wachsen dabei in artgerechten, naturnahen Anlagen auf. Die Einhaltung der Richtlinien wird jährlich durch unabhängige Öko-Kontrollstellen überprüft.


Prinzipien der Ökologischen Aquakultur

  • Fischzucht Wagner 250Sorgfältige Auswahl der Standorte für die Anlagen, Schutz der umliegenden Ökosysteme
  • Vermeidung von Konflikten mit anderen Ressourcennutzern (z.B. Fischern)
  • Tiergerechte Besatzdichten
  • Kein Einsatz von Chemie, z.B. beim Schutz der Netzgehege vor Algenbewuchs
  • Einsatz natürlicher Heilmittel und Behandlungsmethoden
  • Pflanzliche Futtermittel aus der Ökolandwirtschaft
  • Fischmehl und -öl im Futter aus der Verarbeitung von Speisefischen, um marine Ressourcen zu schonen (keine Fischerei eigens zu Futterzwecken)
  • Kein Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, weder beim Futter, noch beim Besatz
  • Weiterverarbeitung nach Ökologischen Richtlinien

Ökologischen Aquakultur - weltweit erfolgreich

Die Idee der Ökologischen Aquakultur gemäß den Naturland Vorgaben ist so logisch wie überzeugend. Aquafarmen in mehr als zwanzig Ländern produzieren mittlerweile nach diesen Richtlinien, z.B. Bio-Forellen in Deutschland, Frankreich und Spanien, Bio-Lachs in Irland, Bio-Shrimps in Ecuador, Peru, Costa Rica, Vietnam, Thailand und Indonesien, Bio-Tilapia in Israel, Bio-Pangasius in Vietnam uvm..

Erfahren Sie mehr über die Fische und deren Haltung, indem sie auf deren Namen klicken.

 

Europäische Aquakultur
Außereuropäische Aquakultur
›Bachforelle, Regenbogenforelle, Saibling und Atlantischer Lachs, ›Karpfen,

Schleie und Edelkrebs, Miesmuschel, Makroalgen, Dorade, Wolfsbarsch, Adlerfisch

›Black Tiger Shrimps und Western White Shrimps, Pangasius

 


Erste Bundesländer haben mit der Umsetzung des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) begonnen. Der Fond soll die Finanzierung der zukünftigen Gemeinsamen Fischereipolitik unterstützen und zur Umsetzung der Ziele der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik sowie der integrierten Meerespolitik beitragen.

Mit dem EMFF soll eine ökologisch nachhaltige, wettbewerbsfähige und innovative Aquakultur und Fischerei vor dem Hintergrund der Gemeinsamen Fischereipolitik gefördert werden. Erstmalig ist damit auch die Umstellung auf ökologische Aquakultur förderfähig.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die Aquakultur - die Haltung und Nachzucht von wasserlebenden Tier- und Pflanzenarten - der Lebensmittelsektor mit dem schnellsten Wachstum. Jeder dritte Fisch, der weltweit verzehrt wird, stammt mittlerweile aus Teichen, Netzgehegen, Tankanlagen, Muschelleinen etc..

Mit diesem rasanten Wachstum sind aber auch negative Folgen verbunden: Nicht tierartgerechte Haltungsdichten und -systeme, massiver Einsatz von Chemikalien und Antibiotika, Abholzung der tropischen Mangrovewälder zur Anlage von Shrimpteichen und die Überdüngung natürlicher Gewässer durch Abwässer von Fischfarmen sind nur einige davon.

Der Karpfen stammt ursprünglich aus Asien. Die Römer brachten ihn nach Europa. Im Mittelalter wurde der Karpfen gezielt als Nahrungsquelle in Teichen gehalten. Er hat also schon eine lange Tradition in Europa.

Heute wird er regional gezüchtet und steht damit für kurze Transportwege. An seine Fütterung stellt er keine großen Ansprüche. Er kommt ohne tierischen Nahrungsquellen wie Fischmehl oder Fischöl aus und lässt sich mit anderen Fischen zusammen halten.

Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff „Makroalge“ im Wasser lebende, mehrzellige eukaryotische, pflanzenartige Lebewesen, die Photosynthese betreiben, jedoch nicht zu den eigentlichen Pflanzen gehören. Etwa 12 Makroalgenarten werden zurzeit kommerziell genutzt, sowohl für industrielle Zwecke (Gewinnung von z.B. Gelier- und Verdickungsmittel) als auch als Nahrungsmittel. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt in Südostasien, wo jährlich ca. 9 Millionen Tonnen verzehrt werden.

Traditionell wurden (und werden) hierfür natürlich wachsende Algen regelmäßig geerntet. Da dies aber häufig zu einem Rückgang der Algenbestände geführt hat, werden Algen vermehrt auf entsprechenden Substraten (Leinen, Netze) oder in Tanks kultiviert. Naturland bietet den Rahmen für eine nachhaltige Algenproduktion.