Öko-Bauern zeigen Brüssel die Rote Karte

Europas Öko-Bauern fordern einen Abbruch der Verhandlungen über eine Revision der EU-Öko-Verordnung. Was derzeit in Brüssel auf dem Tisch liegt, bringt keinerlei Verbesserung gegenüber der bisher gültigen Verordnung, sondern bedroht die wirtschaftliche Existenz vieler Öko-Betriebe in Europa wie auch von Kleinbauern in den Entwicklungsländern.

In einer am Freitag (2. Dezember) in München verabschiedeten gemeinsamen Erklärung fordern deshalb insgesamt 18 Öko-Verbände aus 15 europäischen Ländern die EU-Kommission, das EU-Parlament und den EU-Ministerrat auf, die bevorstehenden Trilog-Verhandlungen abzubrechen und die Revision zu kippen.

Reese Faires Fruehstueck 250Am 02.12.2016 veranstalteten das Forum Fairer Handel und Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das jährliche „Faire Frühstück“ im Deutschen Bundestag. Parlamentarier/innen nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über den Fairen Handel zu informieren.

Naturland Geschäftsführer Steffen Reese verwies auf die notwendige globale Gültigkeit des Fairen Handels:„ Bäuerinnen und Bauern, die beispielsweise Kakao in Südamerika produzieren, haben ein Anrecht, fair behandelt zu werden – wie auch beispielsweise heimische Milchviehbetriebe. Mit einer öko-fairen Landwirtschaft muss das Dumping der Erzeugerpreise beendet werden, global wie lokal!“

Umdeklarierte Bio-Karotten: Marktgenossenschaft zieht personelle Konsequenzen
Neuanfang bei der Marktgenossenschaft der Naturland Bauern eG: Im Zusammenhang mit der Umdeklarierung von Bio-Möhren aus dem EU-Ausland zu deutschen Bio-Möhren hat das Unternehmen sich von seinem Geschäftsführer sowie von einem an den Vorgängen beteiligten Mitarbeiter getrennt.

Anfang Januar wird ein neuer hauptamtlicher Geschäftsführer seinen Dienst am Sitz der Marktgenossenschaft in Lippetal-Lippborg antreten. Der Geschäftsführer des Naturland Verbands, Steffen Reese, begrüßte das konsequente Vorgehen der ehrenamtlichen Aufsichtsgremien der Marktgenossenschaft.

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In jeder Minute, die vergeht, wird Boden erstickt, verseucht, ausgenutzt, vergiftet, misshandelt, verbraucht. In den letzten 40 Jahren ist weltweit etwa ein Drittel des fruchtbaren Ackerbodens durch Erosion zerstört worden. Dabei ist der Boden die sprichwörtliche Grundlage unserer Ernährung und übernimmt wichtige Funktionen für den Klimaschutz und Wasserhaushalt. Die Initiative „People4Soil“, unterstützt von Naturland, fordert nun eine gesetzliche Grundlage zum Schutz des Bodens.

Über 400 Vereinigungen von europäischen NGOs, Forschungsinstituten, Bauernverbänden und Umweltschutzgruppen haben sich in der Koalition People4Soil vereint, die von der EU besondere Normen fordert um den Boden zu schützen. Unterstützen Sie die Aktion RETTE DEN BODEN MIT IHRER UNTERSCHRIFT

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Inspektorenschulung kleinIn der Naturland Hauptgeschäftsstelle Gräfelfing kommen in diesen Tagen 22 Inspektoren von 15 Kontrollstellen aus 11 unterschiedlichen Ländern zusammen, um an einem interaktiven zweitägigen Training zu den Naturland Richtlinien teilzunehmen. Schulungen dieser Art sind seit Jahren fester Bestandteil der Qualitätssicherung bei Naturland.

Naturland ist eine Gemeinschaft von Bäuerinnen und Bauern, die in 44 Ländern der Erde hochwertige Öko-Lebensmittel nach den gleichen strengen Richtlinien erzeugen. Die Naturland Qualitätssicherung überwacht, dass die Richtlinien überall verstanden und einheitlich umgesetzt werden.

Naturland und Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kritisieren Gesetzentwurf

Naturland gegen GVO 250Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Naturland fordern die Bundesregierung auf, den Anbau genetisch manipulierter Pflanzen auf ihrer Kabinettssitzung am 2. November bundeseinheitlich zu verbieten. Das von Bundeagrarminister Schmidt vorgelegte Gesetz sieht vor, dass neben dem Bundeslandwirtschaftsministerium fünf weitere Ministerien einem Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen zustimmen müssen.

Wenn sich die sechs Ministerien darauf nicht einigen, kann der Bund nur noch mit Zustimmung des Bundesrates ein nationales Verbot erlassen, oder er überlässt es allein den Bundesländern, jeweils für ihr Gebiet Anbauverbote zu erlassen. „Minister Schmidt macht sich hier einen schlanken Fuß, indem er die Verantwortung für ein Anbauverbot auf die Bundesländer abwälzt, dadurch droht Deutschland ein Gentechnik-Flickenteppich zu werden“, warnt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Naturland Bäuerin Gertraud Gafus.