Führungskräfte und Partner der „Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ aus verschiedenen Ländern Afrikas und Indien waren am 12. Mai zu Gast bei Naturland. Der Besuch fand im Rahmen einer von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH organisierten Konferenz über ökologischen Landbau statt.

Ziel war es u.a. Marktakteure, Vertreter des Öko-Sektors und der Forschung in Deutschland über die Grünen Innovationszentren zu informieren und zu vernetzen. Naturland war in der Konferenz zu Gast und richtete auch ein Besuchsprogramm in der Geschäftsstelle aus.

Am 10. Mai besuchte eine tunesische Delegation von Direktoren und Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums und angegliederter Behörden Naturland. Der Besuch war Teil einer von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH organisierten Delegationsreise zur nachhaltigen Landwirtschaft.

Finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist die GIZ gemeinsam mit dem tunesischen Landwirtschaftsministerium für die Umsetzung eines Programmes zur Förderung einer ökonomisch leistungsfähigen und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft in den Regionen Centre-Ouest und Nord-Ouest in Tunesien verantwortlich.

Bundesweite Kampagne fordert verbindliche Regeln für Unternehmen

2016 WLT Briefkasten 250Anlässlich des Weltladentages am 14. Mai rufen mehr als 400 Weltläden und Aktionsgruppen in ganz Deutschland zu einer Brief-Aktion an Bundeskanzlerin Merkel auf. Sie fordern einen verbindlichen Schutz der Menschen- und Arbeitsrechte weltweit.

Täglich werden weltweit Menschen- und Arbeitsrechte verletzt. Diverse Unternehmen sind entlang ihrer Produktionsketten direkt oder indirekt an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt. Bislang fehlt es international und in Deutschland an verbindlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen.

Felix Löwenstein zum Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen

Felix Loewenstein 250Blauer Brief für die Bundesregierung: Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) kritisiert die deutsche Agrarpolitik als „Negativbeispiel“ auf dem Weg zu einem nachhaltigen Umbau der Industriegesellschaft. „Das schlechte Zeugnis für die deutsche Agrarpolitik überrascht nicht“, kommentiert Felix Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied, das Gutachten der Wissenschaftler, das am Dienstag (10.5.) in Berlin vorgestellt wurde.

Aus Sicht der Umwelt-Sachverständigen schädigt insbesondere der wachsende Einsatz von Pestiziden lebenswichtige Ressourcen wie die Artenvielfalt – in der Kulturlandschaft unter anderem Feldvögel, Bienen, Hummeln, Amphibien oder Wildkräuter. Laut SRU sollten deshalb nicht-zukunftsfähige Systeme wie die hochindustrielle Landwirtschaft mithilfe geeigneter Instrumente und Maßnahmen schrittweise zurückgedrängt werden. Für die Verringerung des Pestizid-Einsatzes schlägt das Gremium die Einführung einer Abgabe auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Monitoring, Beratung, pestizidfreie Pufferzonen und Refugien sowie die Ausweitung des Ökolandbaus vor.

Preissenkungen bei Aldi zeigen Notwendigkeit einer grundlegenden Agrarwende

250 web weidende kheAls unsanften Weckruf für Politik und weite Teile der konventionellen Landwirtschaft wertet Naturland die erneute Preissenkung für Milchprodukte beim Discounter Aldi. „46 Cent für den Liter Milch im Laden sind ein unanständiger Preis, der unsere konventionellen Berufskollegen hart trifft und den Verbrauchern das falsche Signal sendet, dass es immer noch billiger geht“, sagte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester am Mittwoch in Gräfelfing.

Tatsächlich zeige dieser Preiskrieg aber vor allem eines: „Eine Landwirtschaft, die vor allem auf Intensivierung der Produktion, Betriebswachstum und Export setzt, führt in die Sackgasse,“ betonte Hohenester. Die aktuelle Entwicklung auf dem Milchmarkt zeige dies in besonderer Deutlichkeit.

Naturland Delegierte fordern Erhalt des Vorsorgeprinzips in Umwelt- und Verbraucherschutz

Hans Hohenester 250Naturland sieht sich durch die von Greenpeace veröffentlichten TTIP-Dokumente in der Befürchtung bestätigt, dass das geplante Freihandelsabkommen den Umwelt- und Verbraucherschutz in Europa auf lange Sicht erheblich gefährdet. Dies wird vor allem deutlich im offenbar massiven Drängen der USA, das europäische Vorsorgeprinzip auszuhöhlen und durch das amerikanische Risikoprinzip zu ersetzen, welches in erster Linie den Interessen der Industrie dient.

„Das Vorsorgeprinzip muss der Maßstab bleiben! Nur unsere heutigen Standards in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz festzuschreiben, wie Politiker von Schwarz-Rot in Berlin inzwischen eilfertig versprechen, reicht nicht. Wir müssen vielmehr auch in Zukunft noch in der Lage sein, diese Standards weiterzuentwickeln”, sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, auf der Delegiertenversammlung des Öko-Verbands am Dienstag in Gräfelfing.