Öko-Pionier und Naturland Partner der ersten Stunde

HR.STOCKER 250Siegfried Stocker (Foto: privat)Mehl, Wasser und Salz, dazu vielleicht ein paar Gewürze: Mehr braucht ein gutes Brot nicht. Bereits Ende der 1970er Jahre formulierte Siegfried Stocker den Anspruch, dass die Brote der Münchner Hofpfisterei nur aus möglichst naturbelassenen Rohstoffen zu backen seien. Das bedeutete für ihn schon damals auch die Förderung des Anbaus von ökologischem Getreide in der Region.

Damit war Siegfried Stocker seiner Zeit weit voraus. Seine damals mutige Entscheidung, die Hofpfisterei auf Öko umzustellen, gab einen wesentlichen und bis heute fortdauernden Impuls für die positive Entwicklung des Öko-Landbaus in Bayern und weit darüber hinaus.

Podiumsdiskussion auf der Woche der Umwelt im Schloss Bellevue

Mango Preda 250Die Pläne der EU-Kommission für eine neue Regelung der Importe von Öko-Produkten aus Nicht-EU-Staaten gefährden erfolgreiche Öko-Kooperationen. „Öko-Exporte in die EU sind für viele unserer Bauern in den Partnerorganisationen des Südens eine wichtige Einkommensquelle im täglichen Kampf ums Überleben. Dahinter stehen vielerorts erfolgreiche Modelle partnerschaftlicher und sozialer Entwicklung, die jetzt von den Plänen der EU Kommission bedroht sind,“ sagte Naturland Geschäftsführer Steffen Reese auf einer Podiumsdiskussion zum Thema nachhaltiger Liefer- und Absatzketten.

Die Diskussion fand im Rahmen der Woche der Umwelt statt, zu der Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vom 07.-08. Juni 2016 in den Park von Schloss Bellevue eingeladen hatte. Am Beispiel von vier öko-fairen Projekten und Partnerschaften in Burundi, auf den Philippinen, in Costa Rica sowie Ägypten wurden dabei innovative Modelle internationaler und regionaler, sozial fördernder Zusammenarbeit aufgezeigt, die weit über gängige Zertifizierungs- und Labelling-Praktiken hinausgehen.

Naturland zeigt ökologischen Landbau auf den DLG-Feldtagen vom 14. bis 16. Juni in Haßfurt

DLG Feldtage 250Wie ökologischer Pflanzenbau in der Praxis erfolgreich funktioniert, das zeigt Naturland interessierten Fachbesuchern auf den DLG-Feldtagen auf dem Gut Mariaburghausen im unterfränkischen Haßfurt. Auf mehreren Demo-Parzellen können verschiedene ökologische Sortenversuche und neue Anbaustrategien begutachtet werden.

Naturland ist der einzige Öko-Verband unter den Ausstellern bei den DLG-Feldtagen. „Es ist wichtig, dass wir als erfahrene Öko-Bauern auch auf stark konventionell geprägte Messen gehen, um den Öko-Landbau voran zu bringen“, erläutert Naturland Fachberater Werner Vogt-Kaute, der vor Ort als Ansprechpartner für die Fachbesucher zur Verfügung steht: „Nur so kommen wir zu der dringend notwendigen Ausweitung der Öko-Anbaufläche in Deutschland.“

Tropische Früchte werden im deutschen Einzelhandel immer häufiger mit verschiedenen konventionellen Nachhaltigkeitssiegeln beworben. Aus Sicht der Menschenrechtsorganisation Oxfam ist das jedoch meist nichts anderes als „Etikettenschwindel im Supermarkt“. In der Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheit“ kritisiert Oxfam die Produktionsbedingungen und den Pestizideinsatz auf Bananen- und Ananasplantagen in Costa Rica und Ecuador, die das Siegel der Rainforest Alliance tragen.

Naturland sieht sich durch die Oxfam-Studie einmal mehr darin bestätigt, dass nur Öko wirklich nachhaltig ist. Diese Einschätzung war erst kürzlich auch von den Prüfern der Stiftung Warentest bestätigt worden, die insgesamt sechs verschiedene Nachhaltigkeitssiegel bewertet hatten. „Den höchsten Standard setzt das Siegel Naturland Fair“, so das klare Fazit der Tester. Rainforest Alliance hingegen wurde von den Prüfern als das Siegel mit den geringsten Ansprüchen beurteilt: Es setze vor allem auf Produktionssteigerung, garantiere den Kleinbauern aber beispielsweise keine Mindestpreise oder Prämien.

Führungskräfte und Partner der „Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ aus verschiedenen Ländern Afrikas und Indien waren am 12. Mai zu Gast bei Naturland. Der Besuch fand im Rahmen einer von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH organisierten Konferenz über ökologischen Landbau statt.

Ziel war es u.a. Marktakteure, Vertreter des Öko-Sektors und der Forschung in Deutschland über die Grünen Innovationszentren zu informieren und zu vernetzen. Naturland war in der Konferenz zu Gast und richtete auch ein Besuchsprogramm in der Geschäftsstelle aus.

Am 10. Mai besuchte eine tunesische Delegation von Direktoren und Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums und angegliederter Behörden Naturland. Der Besuch war Teil einer von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH organisierten Delegationsreise zur nachhaltigen Landwirtschaft.

Finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist die GIZ gemeinsam mit dem tunesischen Landwirtschaftsministerium für die Umsetzung eines Programmes zur Förderung einer ökonomisch leistungsfähigen und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft in den Regionen Centre-Ouest und Nord-Ouest in Tunesien verantwortlich.