Pilotprogramm Nachhaltiger Wein
FORSCHUNG & NETZWERKAUFBAU
Nachhaltigkeit im Weinbau:
Leistungen von Bio sichtbar machen
Im Weinbau werden Nachhaltigkeitsnachweise immer wichtiger. Sie sind relevant für den Export nach Skandinavien oder Kanada und auch der Spitzenverband VDP fordert sie von seinen Mitgliedern. Bio-Betriebe erfüllen zwar viele der Anforderungen bereits über die Öko-Zertifizierung, müssen bislang aber trotzdem alles noch ein zweites Mal nachweisen.
Um diesen Aufwand zu reduzieren, entwickelt Naturland das „Pilotprogramm Nachhaltiger Wein“ als freiwillige Ergänzung zur Naturland-Zertifizierung. Es berücksichtigt die systemischen Nachhaltigkeitsleistungen des Ökologischen Landbaus und unterstützt die Betriebe dabei, weitere Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren und für ihre Betriebsentwicklung zu nutzen. Dies geschieht durch strukturierte Managementpläne, umfassende Beratung und Netzwerkarbeit. Darüber hinaus soll das Monitoring auch für die Nachhaltigkeitskommunikation der Betriebe nutzbar gemacht werden.
Mit der Anerkennung des Pilotprogramms durch den VDP im Sommer 2024 ist der erste wichtige Meilenstein erreicht. Mittlerweile haben die ersten zwölf Betriebe das Programm erfolgreich durchlaufen. Acht weitere Winzer:innen haben im März 2025 mit ihrem individuellen Nachhaltigkeitsprozess unterstützt durch Naturland gestartet.
Ein modulares System ineinandergreifender Naturland-Bausteine
Grundlage des „Pilotprogramms Nachhaltiger Weinbau“ ist das Einhalten der Naturland Richtlinien und der EU-Verordnung zum ökologischen Landbau. Darauf aufbauend unterstützt ein Managementsystem als Top-Up die Weingüter individuell bei ihrer nachhaltigen Betriebsentwicklung. Diese freiwillige Ergänzung besteht aus vier Bausteinen:
A) Individuelles Monitoring: Nachhaltigkeitsziele werden entlang einer festgelegten Struktur für konkrete Zeiträume gesetzt, Maßnahmen definiert und deren Fortschritte gemessen.
B) Einzelbetriebliche Beratung: Alle drei Jahre findet eine umfassende Nachhaltigkeitsberatung auf dem Betrieb statt.
C) Regelmäßiger Praxisaustausch: Einmal im Jahr treffen sich die teilnehmenden Betriebe im „Community Netzwerk Nachhaltiger Wein“ zum gemeinsamen Austausch.
D) Leistungen sichtbar machen: Durch Monitoring und Verifizierung werden die Nachhaltigkeitsleistungen der teilnehmenden Betriebe sichtbar und können so für Marketing und Kommunikation genutzt werden.
Inhaltlich deckt das Programm ein breites Spektrum unterschiedlichster Aspekte aus allen vier Dimensionen der Nachhaltigkeit ab:
ÖKOLOGIE – die ökologische Grundlage der Nachhaltigkeit
Unter anderem Monitoring und Weiterentwicklung nachhaltiger Boden- und Pflanzenpflege, Biodiversität, Klimaauswirkungen, Wassernutzung und Abfall- und Kreislaufwirtschaft.
SOZIALES – Soziale Verantwortung auf dem Betrieb
Unter anderem Sicherstellung von Arbeitnehmer:innen-Rechten, Sorgfaltspflichten der Arbeitgeber:innen sowie Mitarbeiter:innen-Förderung und positives Betriebsklima.
ÖKONOMIE – Betriebs- und volkswirtschaftlich nachhaltiges Wirtschaften
Unter anderem Erhebung und Analyse betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, Aufzeigen des Zusammenhangs zwischen Wirtschaftlichkeit und Energieeinsparung, sowie Betrachtung von Risikomanagement, betrieblichen Investitionen und Absatzkanälen.
KULTUR & GESELLSCHAFT – ein Beitrag auf den Höfen und darüber hinaus
Unter anderem kulturelle und gesellschaftliche Leistungen von Naturland Winzer:innen als Mitglieder eines internationalen Verbandes sowie Good Governance Deklaration.
Programmentwicklung im Schulterschluss mit Winzer:innen
Das „Pilotprogramm Nachhaltiger Wein“ ist ein Programm von Winzer:innen für Winzer:innen; es wird in enger Zusammenarbeit mit Naturland-Weinbaubetrieben entwickelt. Mit den verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen liegt ein starker Fokus darauf, die im Nachhaltigkeitsmonitoring gewonnenen Erkenntnisse möglichst unmittelbar für die weitere Betriebsentwicklung nutzbar zu machen. Wie das in der Praxis funktioniert, wird kontinuierlich getestet und verbessert. Im Jahr 2024 haben zwölf Betriebe erstmals das komplette Programm zusätzlich zu ihrer EU-Öko- und Naturland-Zertifizierung durchlaufen. Im Jahr 2025 starten acht weitere Betriebe – manche von ihnen ganz frisch bei Naturland – mit ihrem individuellen Nachhaltigkeitsprozess.
Die Pilotbetriebe
Pilotgruppe 1: Start in 2024
Bioweingut Bausewein: https://biobausewein.de/
Nikolaihof Wachau: https://www.nikolaihof.at/
Schlossgut Hohenbeilstein: https://www.schlossgut-hohenbeilstein.de/
Weingut am Stein: https://www.weingut-am-stein.de/
Weingut Eppelmann: https://www.eppelmann.de/
Weingut Rainer Sauer: https://weingut-rainer-sauer.de/
Weingut Roth: http://weingut-roth.de
SANDER ökologische Weine: https://www.sanderweine.de/
Bio-Weingut Sandrine Heimig: https://www.sandrine-vin.com/
Weingut Schmitt’s Kinder: https://schmitts-kinder.de/
Weingut Seck: https://www.weingut-seck.de/
Weingut Zehnthof: https://www.weingut-zehnthof.de/
Pilotgruppe 2: Start in 2025
Bio-Weingut Bardorf: https://www.weingut-bardorf.com/
Weingut Beurer: www.weingut-beurer.de/
Weingut Dautel: http://www.weingut-dautel.de/
Weingut Graf Adelmann: https://www.graf-adelmann.com/
Weingut Heid: http://www.weingut-heid.de/
Weingut Lange – Schloss Saaleck: https://www.weingut-schloss-saaleck.de/
Weingut Roland Staudt: http://www.weingut-staudt.de/
Weingut Rudolf May: http://www.weingut-may.de/
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