Naturland fordert mehr Freiheit für Bio-Betriebe

Naturland-Präsident Hubert Heigl.
Januar 19, 2025

Heigl: Bio-Wachstum nicht durch praxisferne Regeln hemmen

Naturland fordert mehr Freiheit für Bio-Betriebe durch eine praxisnahe und regional angepasste Umsetzung der EU-Ökoverordnung. Denn immer mehr und immer kleinteiligere Regeln belasten nur die Betriebe, ohne dass dabei irgendetwas für Bio gewonnen wird. Stattdessen droht der notwendige Ausbau der ökologischen Landwirtschaft ins Stocken zu geraten, obwohl der Handel und die Verbraucher:innen mehr Bio wollen.

„Die Nachfrage nach Bio wächst. Die EU-Ökoverordnung ist eine wichtige Grundlage für diesen Erfolg, weil sie Vertrauen schafft, indem sie den Rahmen für eine umfassend nachhaltige Lebensmittelerzeugung setzt. Dieser Erfolg darf jetzt aber nicht durch übermäßige Detailregelungen gefährdet werden“, mahnte Naturland Präsident Hubert am Sonntag auf der Grünen Woche in Berlin.

Verschärfung der Weideregeln stellt manche Betriebe vor große Herausforderungen

Hintergrund ist, dass die EU-Kommission derzeit insbesondere in der Tierhaltung die bestehende Verordnung neu auslegt und dabei die Spielräume für die Betriebe zum Teil erheblich einschränkt. Aktuellstes Beispiel ist die Rinderhaltung, wo zum Jahreswechsel die Vorgaben für die Weidehaltung massiv verschärft wurden. Angemessene Übergangsfristen fehlen dabei ebenso, wie Raum für individuelle Lösungen, die besondere regionale oder betriebliche Strukturen berücksichtigen. Ähnliche Szenarien sind auch bei der Haltung von Geflügel oder Schweinen zu befürchten.

In der Folge droht ein Verlust von Betrieben, deren Erzeugnisse eigentlich dringend benötigt werden, um die regionale Versorgung mit Bio-Produkten sicherzustellen. „Hier werden Betriebe, die zum Teil seit vielen Jahren mit großer Überzeugung ökologisch wirtschaften, ohne ersichtliche Grund zum Ausstieg aus Bio gezwungen. Das ist ein Verlust, der automatisch auch weniger Tierwohl, weniger Umweltschutz und weniger Klimaschutz zur Folge hat“, kritisierte der Naturland-Präsident. Zudem gefährde die EU-Kommission mit dieser Politik das Erreichen ihrer eigenen Ausbauziele für den Öko-Landbau und damit auch die Ziele des Green Deals insgesamt.

file ico Pressemitteilung zum Download