Fischnews 350

Das kleine Küstendorf Thorupstrand liegt im äußersten Nordwesten von Dänemark. Einen Hafen sucht man hier vergebens. Wie schon im Mittelalter gehen die Fischer der Thorupstrand Fischereigenossenschaft vom Strand aus auf Fischfang. Eine landbasierte Winde zieht die in der Tradition der Wikinger gebauten Schiffe ins Wasser und zurück auf den Strand.

Mit Stellnetzen und Snurrewaden (Danish Seine) wird vorrangig auf Kabeljau und Scholle gefischt. Dabei entfernen sich die Schiffe kaum weiter als 25 Seemeilen von der Küste und sind so innerhalb eines Tages mit ihrem frischen Fang zurück am Strand. Zum Teil wird der Fisch vor Ort von der Genossenschaft selbst verarbeitet und direkt verkauft. Der größte Teil wird aber über die Auktion im nahe gelegenen Hanstholm vermarktet.

Gemeinsam und zu gleichen Teilen verfügen die Thorupstrand Fischer über die Fischereiquoten der Genossenschaft. In einem flexiblen System werden die Quoten jährlich untereinander aufgeteilt. Darüber hinaus vereinfacht das sogenannte “boat sharing”, den Einstieg in die Fischerei, vor allem für junge Fischer. Denn jeder Fischer, egal ob Bootseigner oder einfaches Crewmitglied, wird zu gleichen Teilen am Gewinn beteiligt.

 

Die Fischerei im Überblick

Fanggebiet: FAO 27, Skagerrak 3.a.20 und Zentrale Nordsee 4.b

Fangmethoden: Stellnetz und Snurrewade (Danish Seine)

Zielfischarten: Kabeljau (Gadus morhua) , Scholle (Pleuronectes platessa)

Anzahl der Fischer: 30

Anzahl der Schiffe: 8

Größe der Schiffe: 12 – 14 Meter

 

Die Naturland Wildfisch Zertifizierung

Am 12. April 2018 fand das erste Expertentreffen in Thorupstrand, Dänemark, statt. Am 29. Januar 2019 ist - nachdem es keinerlei Bedenken oder Einsprüche gab - nach Prüfung der Faktenlage und Expertenmeinungen ein positiver Zertifizierungsentscheid getroffen worden. Die Naturland Richtlinien für die Nachhaltige Fischerei verlangen die Veröffentlichung der relevanten Teile des Inspektionsberichtes mindestens vier Wochen vor der Entscheidung der Naturland Anerkennungskommission über die Zertifizierung einer Fischerei bzw. über Auflagen, die innerhalb einer bestimmten Frist zu erfüllen sind. Die Veröffentlichung soll vor allem einem weiteren Kreis von interessierten Organisationen, Experten und Privatpersonen ermöglichen, die Informationen im Inspektionsbericht zu kommentieren bzw. - sofern eigene Erkenntnisse zu bestimmten Sachverhalten vorliegen - sie auch kritisch zu hinterfragen.

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