Enttäuschendes Ergebnis bei Glyphosat-Abstimmung

Naturland-Präsident Hubert Heigl (Foto: C. Assmann)
November 16, 2023

Naturland fordert trotz Verlängerung der Genehmigung ein klares Ausstiegsszenario von der EU-Kommission.

Naturland fordert dennoch klares Ausstiegsszenario von der EU-Kommission

Bei der Glyphosat-Abstimmung im Brüsseler Berufungsausschuss ist heute erneut keine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten für die Verlängerung der Zulassung des Totalherbizids zustande gekommen. Weil es aber auch keine Mehrheit dagegen gab, hat nun die EU-Kommission freie Hand und hat auch bereits angekündigt, die Verlängerung um weitere zehn Jahre nun auf eigene Faust umzuzusetzen. Die Entscheidung kommentiert Naturland-Präsident Hubert Heigl am Donnerstag in Gräfelfing:

„Das Ergebnis der heutigen Glyphosat-Abstimmung im Brüsseler Berufungsausschuss ist eine herbe Enttäuschung, auch weil Deutschland sich auf Druck der FDP erneut nur enthalten hat. Mit der nun angekündigten Verlängerung der Genehmigung konterkariert die EU-Kommission ihre eigenen Ziele aus der Farm-to-Fork-Strategie und der Biodiversitätsstrategie. Denn Glyphosat schadet der Artenvielfalt ganz massiv und steht darüber hinaus unter Verdacht, krebserregend zu sein.

Sollte die EU-Kommission ihre Ankündigung dennoch wahrmachen und die Genehmigung für Glyphosat ein weiteres Mal verlängern, dann muss sie diese Entscheidung zumindest mit einem klaren Ausstiegsszenario verbinden. Sonst wird das EU-Ziel einer 50-prozentigen Reduktion des Einsatzes gefährlicher Pestizide endgültig unglaubwürdig. Gute Landwirtschaft braucht kein Glyphosat und auch keine anderen Totalherbizide. Das beweisen zehntausende Bio-Betriebe Tag für Tag.“

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